Walk & talk - Wärme von draußen - komfortabel, leise und günstig
Zum Auftakt des diesjährigen walk & talk standen am 29.03.2026 Wärmepumpen auf dem Programm. Die Organisatoren Tilmann Wied vom SV Fellbach und Petra Hübner vom NABU Fellbach konnten dazu einen sehr erfahrenen Fachmann gewinnen. Herrn Dipl.-Ing. (FH) Tobias Rahn. Er berät seit nunmehr 30 Jahren als technischer Berater für Heizungstechnik. Seine Kunden sind Planer, Heizungsbauer und Bauherren.
Schon zu Beginn der großen Runde in Schmiden erfuhren die ca. 12 Teilnehmer viel Wissenswertes rund um Wärmepumpen. Zu den verschiedenen Arten von Geräten gehört im weitesten Sinne auch der Kühlschrank, gleichwohl mit umgekehrter Funktionsweise. Doch vom Aufbau her ist er vergleichbar.
Die Wärmepumpe gewinnt die Wärme zum Heizen ebenfalls in einem Kreislauf aus Verdichtung und Dekompression. Meist wird die Wärme aus der Luft gewonnen, mitunter auch aus dem Wasser oder dem Erdreich.
Dass die Energiequellen Luft, Wasser und Erdreich gratis zur Verfügung stehen, macht die Technologie auch wirtschaftlich interessant. Doch davor stehen erst einmal Investitionen, die je nach Gebäude unterschiedlich sind.
Gleich das erste Haus, das die Teilnehmer besuchen konnten, erwies sich als sehr hilfreich. Handelt es sich doch um einen Altbau, dessen Gebäudehülle kaum wirtschaftlich gedämmt werden kann. Einzig das Dach wurde vor rund 35 Jahren erneuert und mit einer PV-Anlage versehen. Ein Glücksfall. Denn der aus der PV-Anlage gewonnene Strom dient zum Betrieb der mit 20 KW relativ großen Wärmepumpe. Große Pumpe, viel Lärm? Keineswegs. Dank der kühlen Außentemperatur sprang die Wärmepumpe an und war relativ leise. Selbst im leistungsstärkeren Modus. Das Ganze kann sogar über eine App gesteuert werden.
Der Hausbesitzer berichtete auf Anfrage, dass die gut 300 m² beheizbare Fläche sowohl mit Fußbodenheizung wie auch mit herkömmlichen Heizkörpern mit Wärme versorgt wird. Selbst bei -10 Grad Außentemperatur erreichte das Heizsystem noch eine Vorlauftemperatur von 50 Grad. Über die gesamte Heizperiode beträgt die Ersparnis ca. 1.000,- Euro, obwohl im Winter zum Betrieb der leistungsstarken Wärmepumpe Strom eingekauft werden muss.
Die Gesamtkosten der Investition für das 3-Familien lagen bei 57.000,- €. Abzüglich der Förderung von 25.000,- € musste der Hausbesitzer 32.000,- € schultern. Dafür sind die laufenden Betriebskosten deutlich gesunken und die täglichen Berichte über steigende Gaspreise und Rohstoffverknappung können gelassen zur Kenntnis genommen werden.
Beim zweiten Haus zeigte sich eine völlig andere Situation. Dieses 2005 errichtete RMH hat einen Vollwärmeschutz und kommt mit einer 4,5 KW Wärmepumpe vollkommen aus. Die 157 m² beheizbare Wohnfläche wird mittels Flachheizkörpern erwärmt. Der Hausbesitzer berichtete, dass dazu einige Heizkörper ausgetauscht wurden. Im Ergebnis sind die Eigentümer sehr zufrieden und hatten abzgl. der Förderung noch 21.400,- € aufzubringen. Eine lohnende Investition, da die laufenden Kosten sehr gering sind.
Beim weiteren Rundgang konnten weitere Wärmepumpen unterschiedlicher Fabrikate und Altersklassen gesehen und gehört werden. Ja und es gibt Unterschiede. Manche vor allem ältere Wärmepumpen hört man deutlich, andere hingegen flüstern regelrecht, auch im Volllastbetrieb. Tobias Rahn rät hierbei immer die technischen Daten zu vergleichen. Ähnlich wie beim Autokauf. So gibt es sehr effiziente Wärmepumpen mit einem hohen COP (Wirkungsgrad) und eben auch weniger gute Geräte.
Eine gute Beratung zahlt sich auch hier aus. In vielfacher Hinsicht.