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Bericht Jahreshauptversammlung 2011

NABU: 2010 war ein schwarzes Jahr für den Naturschutz

Naturschutzbund Fellbach beklagt drastischen Rückgang bedrohter Arten und permanenten Vandalismus an seinem Vereinsheim - Vorstandsteam nachgewählt

Die Natur hat einen schlechten Stand in Fellbach. Zu diesem ernüchternden Fazit kamen die Mitglieder des Fellbacher Naturschutzbundes (NABU) bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Ob Berichte von gefällten Bäumen, aktuelle Zählergebnisse der dramatisch sinkenden Rebhuhn- und Hasenbestände oder der neueste Fall von Vandalismus am NABU-Zentrum Hönle-Ranch - die Nachrichten hätten besser sein können. Das vergangene Jahr war ein schwarzes Jahr für den Naturschutz in Fellbach. Der Bestandsrückgang speziell bei den Tieren der offenen Feldflur ist nach wie vor ungebremst,“ beklagt Eick die Entwicklung. Der ehrenamtliche Betreuer der beiden wichtigsten NABU-Projekte, berichtete bei der Jahreshauptversammlung über den Zustand der Natur zwischen Kappelberg und Hartwald.

Das Rebhuhn steht vor dem Aus.“ Das ist die düstere Botschaft, die der Biologe Michael Eick den versammelten Naturschützern überbrachte. „Allein im vergangenen Jahr wurden mindestens vier Rebhuhn-Brutplätze komplett vernichtet,“ so Eick. Das seien mindestens 10 Prozent der bisher noch besetzten Brutplätze. Das bedeute eine extreme Verschlechterung der Lage. „Das Schlimme daran aber ist, dass drei dieser Zerstörungen die Stadt Fellbach zu verantworten hat." Die sei ein nicht akzeptabler Zustand, ist man sich beim NABU einig. Und wenn ausgerechnet die Stadt den Rückgang beschleunige, statt aktiv eine so hoch bedrohte Art zu erhalten, dann sei das ein ernsthaftes Problem.

Im Natur- und Artenschutz gibt es in Fellbach nach Ansicht des NABU leider einige ganz große Defizite. Das internationale Jahr der Biodiversität 2010 habe leider nicht die erhoffte Entspannung der Situation gebracht, sondern eher noch eine Verschärfung. „So darf es auf gar keinen Fall weitergehen,“ betont man beim NABU Fellbach. Im Verein kann man sich stattdessen gut vorstellen, dass in der Kappelbergstadt Naturschutz zu einem echten Aushängeschild werden kann. „Es muss doch gelingen, in einer so wohlhabenden Stadt auch seltene Arten erhalten können.“ Der Verlust von Tier- und Pflanzenarten ist für den NABU-Sprecher Michael Eick wie der Verlust von Kulturgütern. „Wir haben Millionen in die Renovierung schöner alter Gebäude wie dem Oeffinger Schlössle, dem Großen Haus in Schmiden oder der Alten Kelter gesteckt, weil sie uns wichtig und wertvoll sind. Und für Tiere, die schon seit Jahrtausenden bei uns leben und die genauso ein Teil unserer hiesigen Geschichte und Kultur sind, hat man offenbar kein Interesse.“ Ihr Aussterben werde billigend in Kauf genommen oder gar nicht erst registriert, empört sich der NABU-Mann. Damit spielt er darauf an, dass beispielsweise der Kiebitz vor zirka 20 Jahren in Fellbach ganz unbemerkt ausgestorben sei. So werde es auch vielen anderen Arten ergehen, wenn nicht bald gehandelt werde. „Die Artenschutzkonzeption, auf die wir schon lange warten, kommt für viele Arten zu spät, hoffentlich nicht für alle.“

„Unter den aktuellen Voraussetzungen ist es unmöglich, die Situation für manche Arten zu verbessern. Wir schaffen es schon nicht einmal, den Verlust zu stoppen“, machte der Vorstand des Naturschutzbundes deutlich. „Als kleiner Verein kommen wir nicht voran, es kostet uns viel Kraft, Zeit und auch Geld.“ Hier müsse die Stadt ihre Pflichtaufgaben im Bereich Naturschutz wahrnehmen. Oftmals könne man von ehrenamtlicher Seiten nur tatenlos zuschauen, wenn wieder Lebensräume zerstört werden. Es mache wenig Spaß, vorher zu warnen und auf Versäumnisse hinzuweisen, dann nicht erhört zu werden und schließlich hinterher den entstandenen Schaden beklagen zu müssen. „Wir werden der Stadt demnächst einige konkrete Maßnahmenideen unterbreiten, damit wir endlich aus dieser Phase heraustreten, wo wir oftmals nur hilflos zuschauen können,“ betont Eick, der von der Versammlung einstimmig in den Vorstand zurückgewählt wurde. Er war auf eigenen Wunsch aus privaten Gründen für einige Zeit in die zweite Reihe zurückgetreten, möchte jetzt aber mit voller Energie den NABU wieder voranbringen. Genauso wie Jochen Wilfert, der den Vorstand des Vereins künftig als Beisitzer verstärken wird. Der Architekt wird sich künftig um Projektplanung und -steuerung kümmern und dafür sorgen, dass die vielen Aufgaben auch abgearbeitet werden können. Denn Ideen für Projekt gibt es viele beim NABU: Intensivere Kooperationen Landwirten und Jägern zum Schutz von Hase und Rebhuhn, ein Baumpatenschaftsprogramm zum Schutz des Steinkauzes und ein groß angelegtes Nisthilfenprojekt für die Mehlschwalbe. Außerdem soll bei einem gemeinsamen Workshop mit dem Landratsamt und Mitarbeitern des städtischen Bauhofs das Thema Grünflächen- und Heckenpflege thematisiert werden. Hier gibt es nach Ansicht der Naturschützer noch einigen Aufklärungsbedarf.

Genauso wie beim Konzept der Biogasanlage. Die Aspekte Naturschutz und Biotopvielfalt seien bei der Konzeption völlig außen vor gelassen, obwohl der NABU Fellbach damals schon eine ganzheitliche Betrachtung angeregt hatte. Dieses Naturschutzdefizit der ansonsten sehr sinnvollen Maßnahme zur lokalen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien müsse dringend aufgearbeitet werden. „Die Biogasanlage ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn bei Anbau und Ernte der Energiepflanzen die Artenvielfalt auf den Feldern nicht leidet.“

Doch als ob die Aufgaben, die heimische Natur zu bewahren, nicht schon herausfordernd genug seien: Es scheint es einige rücksichtslose und brutale Mitmenschen zu geben, die dem NABU offenbar ganz direkt schaden wollen. Einen Tag vor der Hauptversammlung wurde die Hönle-Ranch erneut Schauplatz sinnloser Zerstörung. „Die Holzläden und Türen, die wir letztes Jahr zum Schutz gegen Einbruch und zerbrochene Fensterscheiben anbringen ließen, wurden aus den Angeln gehoben und auf die Felder geworfen“, berichtete Irmtraud Sohn den schockierten Mitgliedern. „Nachdem schon unsere teuren Schaukästen und eine Fensterscheibe zu Bruch gingen, der Briefkasten von Silvesterböllern gesprengt wurde, nun auch noch das.“ Irmtraud Sohn war die Entrüstung deutlich anzuhören und die Miene von Kassier Wolfgang Wiener verfinsterte sich. Die Ausgaben allein zur Beseitigung von Vandalismus-Schäden an dem kleinen schmucken Vereinsheim gehen mittlerweile in die Tausende. „Das Geld fehlt uns für unsere eigentliche Arbeit, den Arten- und Biotopschutz“, so Wiener.

Die Mitglieder des Vereins zeigten sich sehr betroffen von den Entwicklungen und wünschen sich ein entschiedeneres Handeln von Verwaltung und Politik. In Zukunft müsse der Eigenwert der Natur mehr geschätzt werden und die Leistungen der ehrenamtlichen Naturschützer besser gewürdigt werden. Ans Aufhören denkt aber niemand beim NABU, der wieder einmal volles Haus hatte. "Als Naturschützer braucht man eine extem hohe Frustrationstoleranz. Wenn wir die nicht hätten, dann gäbe es den Verein schon lange nicht mehr.“

 

Weitere Informationen zu den Projekten des NABU finden Sie hier auf unserer Internetseite. Der Verein, der in Fellbach seine Arbeit rein ehrenamtlich leistet, benötigt dringend Spenden: Kontonummer 2044019 bei der Kreissparkasse Waiblingen, BLZ 602 500 10.

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