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Vogelschutzgebiet - Vögel im Hartwald - Pirol

Der Hartwald ist ein Paradies für seltene Vogelarten
Fortsetzung der Serie zum Vogelschutzgebiet - Internationales Jahr der Biodiversität 2010

Passend zum Internationalen Jahr der Biodiversität möchten wir dieses Jahr unsere Serie fortsetzen und seltene Arten Vogelschutzgebietes Unteres Remstal zu vorstellen. Zu diesem europäisches Natura 2000-Reservat zählt auch der Oeffinger Hartwald. Bei unserem Blick ins Schatzkästchen der Artenvielfalt sind auch diesmal wieder einige Juwelen dabei. Den Anfang macht einer der sicher farbenprächtigsten Vertreter unserer heimischen Vogelwelt, der Pirol.

Der „Pfingstvogel“ bringt tropisches Flair in den Hartwald

Als ein ornithologisches Juwel gilt der farbenprächtige Pirol – Rund 10 Brutpaare gibt es in Fellbach

Er ist schon eine ganz besondere Erscheinung, der Pirol. Mit seinem knallgelben Körper, den tiefschwarzen Flügeln und seinem korallenroten Schnabel würde man den etwa amselgroßen Vogel eher in den Tropen erwarten. Und tatsächlich: Die etwas mehr als zwei Dutzend Arten zählende Verwandtschaft dieses exotisch anmutenden Vogels lebt eigentlich ausschließlich in den Tropen. Lediglich der europäische Pirol ist in unserer Region zuhause.

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Der Pirol zählt als Charaktervogel lichter Au- und Bruchwälder und gewässernaher Gehölze, bewohnt aber auch Laub-, und Mischwälder, Parks und Friedhöfe sowie hohe Baumalleen mit Eschen oder Pappeln. Außerdem findet man ihn in Streuobstwiesen, besonders wenn sie – wie im Falle des Oeffinger Hartwaldes – an den Wald angrenzen. Sein Bestand in Fellbach kann auf rund 10 Brutpaare geschätzt werden, wovon die meisten im Hartwald leben, vereinzelt trifft man ihn auch entlang des Neckars im Scillawald und Weidachtal an, doch dank des massiven Holzeinschlags im Winter diesen Jahres dürfte er dort vermutlich auf Jahre nicht mehr auftauchen. Für den Kappelberg gibt es leider seit etlichen Jahren keine Nachweise mehr.

Obwohl sein charakteristischer Ruf, ein fremdartiges, doch wohlklingendes, flötendes “Düdeliju” gut gehört werden kann, so haben die meisten Menschen den scheuen Pirol noch nie zu Gesicht bekommen. Es ist auch extrem schwierig: Denn der scheinbar so auffallende Vogel hält er sich meistens weit oben im Kronenbereich höherer Bäume. Dort ist er mit seiner goldgelben und schwarzen Färbung im extremen Licht- und Schatten-Spiel des Blattwerks hervorragend getarnt. Fühlt er sich gestört, gibt er ein heiseres Krächzen von sich, ähnlich dem Ruf eines Eichelhähers. Das liegt nahe, denn immerhin ist die Familie der Pirole recht nah mit den Rabenvögeln verwandt.

Die weiblichen Pirole sind etwas grünlicher und blasser als die poppigen Männchen. Sie brüten ab Ende Mai – daher der Name Pfingstvogel – in einem kunstvollen, napfförmigen Nest, das hängend in einer Astgabel befestigt wird. Die 3 bis 5 crèmefarbenen Eier haben manchmal eine Hauch Rosa und wenige kleine graubraune bis schwarze Flecken. Nach einer Brutdauer von zwei bis zweineinhalb Wochen schlüpfen die Jungen und bleiben dann für zwei bis drei Wochen im Nest, bevor sie es, meist noch nicht ganz flugfähig, verlassen.

Seinen Jungen füttert der Pirol Insekten aller Art, besonders gerne Raupen. Neben tierischer Kost liebt der Vogel, der im Volksmund auch als “Kirschendieb” bekannt ist, vor allem Früchte und Beeren. Im Sommer beteiligt er sich so eifrig an der Ernte, dass schon mal sein hübsches Gefieder mitunter ganz rot vom Saft der reifen Kirschen getränkt sein kann. Angesichts der vielen Kirschbäume, deren Früchte die Menschen hängen lassen, entsteht jedoch durch den hübschen Vogel kein Schaden.

Schon kurz nach der Kirschenzeit, ab Mitte bis Ende Juli, verschwindet der Pirol schon aus seinem Brutgebiet und zieht nach Afrika. Dort überwintert er in Baumsavannengebieten und lichten Wäldern, gerne in der Nähe von Flussläufen. Er bewohnt also im Winterquartier ganz ähnliche Lebensräume wie bei uns. Während er überall in Deutschland wegen der Zerstörung ganzer Auenlandschaften an den Flüssen landauf landab und anderer alter Laubwälder zu einer recht seltenen Erscheinung geworden ist, lauern in den Winterquartieren noch ganz andere Gefahren: Insektizide vernichten dort großflächig seine Nahrung und die vieler anderer Vögel. Außerdem werden viele Pirole Opfer illegaler Vogeljäger im ganzen Mittelmeerraum. Weil die Bestandsentwicklung seit Jahren negativ ist, wurde der Pirol in die Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland aufgenommen. Sicher eine wenig erfreuliche Entwicklung.

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Andere haben den Pirol jedoch in ihr Wappen aufgenommen: das Adelsgeschlecht der von Bülows. Durch den ähnlich klingenden Vogelrufs wurde der Pirol ihr Wappentier. Der berühmte Karikaturist und Komiker Vicco von Bülow wählte den französischen Namen des Pirol als seinen Künstlernamen: Loriot.

(Bilder: Michael Eick)

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