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Spechte in allen Größen - Die weniger bekannte Verwandtschaft des Buntspechts

Spechte in allen Größen - Die weniger bekannte Verwandtschaft des Buntspechts
Seltene Spechtarten leben im Hartwald ? Eichen und Obstwiesen bieten idealen Lebensraum

Fellbach. Neben dem Buntspecht kann man im Hartwald auch Mittel- und Kleinspecht finden. Der erste Spechte-Dreierpack in unserer Serie.


Buntspecht

Jedes Kind kennt den Buntspecht, er ist der typische Specht unserer Wälder. Doch wer hat schon einmal davon gehört, dass es auch einen Mittelspecht gibt? Und einen Specht im Meisenformat? Ja, diese Spechte sind schon eine bunte Sippe. Während der häufige Buntspecht in sehr unterschiedlichen Lebensräumen vorkommt ? nur Bäume müssen vorhanden sein ? sucht man seine nächsten Verwandten in vielen Wäldern vergeblich. Der Mittelspecht ist stark an Bäume mit grober, rauer Borke gebunden. Er liebt Eichen und ist in Deutschland fast ausschließlich Eichenwäldern verbreitet. Im Gegensatz zum Buntspecht, der die Fähigkeit hat zu schmieden, also Nüsse und Zapfen aufzuhacken, ist der etwas kleinere Mittelspecht ein Sammler. Er sucht die Stämme und besonders die Äste von Eichen ab und pickt Insekten, Spinnen und Rauben aus Ritzen und Spalten der Baumborke. Durch diese Arbeitsteilung kommt er dem klopfenden und meisselnden Buntspecht nicht in die Quere. Der Mittelspecht ist häufig sogar an der Unterseite von Ästen bei der Nahrungssuche zu beobachten. Wie alle Spechte bedient er sich zweier Hilfsmittel, um sich dabei festzuhalten. Seine speziellen Kletterfüße haben eine Wendezehe, die je nachdem, ob der Vogel herauf- oder hinunterklettert, gewendet werden kann. Zusätzlich bietet ein starker Stützschwanz Sicherheit und Halt, er ist wie ein dritter Fuß.


Mittelspecht

Durch seine eher unauffällige und leise Lebensweise wird man auf den Mittelspecht nur selten aufmerksam, er wird deshalb oft übersehen. Und wenn man ihn einmal flüchtig beobachten kann, wird er meist mit dem Buntspecht verwechselt. Er ist nur wenig kleiner und ebenfalls schwarz-weiss gefärbt. Doch seine Kopfkappe ist komplett rot, der Steiß jedoch rosa, Bauch und Flanken schwarz gefleckt, sein Gesicht hat keinen schwarzen Zügelstreif. Und in einem weiteren Punkt unterscheidet er sich von seinem großen Vetter: Er trommel praktisch nie, sondern lässt zur Balzzeit einen klagenden, quäkenden Gesang hören, der ein wenig an Rufe des Eichelhähers erinnert.

In Deutschland kommen nur etwa 10.000 bis 15.000 Paare des Mittelspechts vor. Im Vergleich mit den rund 450.000 bis 830.000 Paaren des Buntspechts ist klar, dass er damit zu den selteneren Spechten zählt. Auch der meisengroße Kleinspecht ist in Deutschland mit etwa 15.000 bis 30.000 Paaren nur etwa doppelt so häufig wie der Mittelspecht. In seinen Lebensraumansprüchen ist er nicht so spezialisiert wie dieser. Er lebt in vorwiegend in lichten Waldbereichen und Waldrändern, im Auwald, und in Parkanlagen sowie in Streuobstflächen, denn diese ähneln strukturell halboffenen Wäldern. Seine Höhlen legt er oft weit oben in den Baumkronen an, weshalb sie sehr schwer zu entdecken sind.

Beim Kleinspecht konnte mithilfe von Minisendern nachgewiesen werden, dass Spechte nicht immer so streng in Einehe leben, wie man bislang glaubte. Ein besendertes Kleinspechtweibchen legte nämlich ihre Eier in die Höhlen von gleich zwei Männchen. Beim einen fand man sechs Eier, das andere beglückte sie mit fünf Eiern. Dass ein Vogelweibchen sich mit zwei Männern einlässt und sogar in zwei Höhlen Eier legt, ist nur möglich, weil bei Spechten die Männer nachts brüten.


Kleinspecht

Der Kleinspecht ist mit rund 25 Gramm Körpergewicht ein echter Winzling. Ein Buntspecht wiegt fast viermal so viel, ein Grünspecht das Zehnfache. Man erkennt den Kleinspecht jedoch nicht nur an seiner geringen Größe, sondern auch wenn man ihn nicht sieht ? und das ist meistens der Fall. Typisch sind nämlich seine Trommelwirbel: kurze, schnelle Klopfserien, die mehrmals rasch nacheinander wiederholt werden. Auch seine hohen Rufserien, die wie ?ki-ki-ki-ki-ki? klingen , sind charakteristisch. Wenn man die Stimme und das arttypische Klopfen der Spechte kennt, lassen sich im Frühjahr relativ gut die besetzten Reviere zählen. So konnte ermittelt werden, dass im Hartwald etwa zwei bis drei Kleinspechtpaare leben. Das Vorkommen des Mittelspechts ist jedoch herausragend: Er erreicht in guten Jahren einen Bestand von mehr als einem Dutzend Brutpaaren. Auch deshalb wurde der Hartwald Teil des Vogelschutzgebietes ?Unteres Remstal?. Denn bei der Nachmelderunde für die Gebiete wurden noch speziell Mittelspechtpopulationen gesucht. Der Hartwald, der für seine vielen Spechte bekannt ist, wurde ausgewählt und steht nun unter europäischem Schutz.

Den einleitenden Artikel finden Sie ....hier.


Fotos (M. Eick):

Der häufige Buntspecht ist überall im Wald und auf den Obstwiesen anzutreffen.

Der seltene Mittelspecht liebt die Eichen im Hartwald.

Der winzige Kleinspecht brütet gerne im Kronenbereich alter Obstbäume.

 

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