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Vogelschutzgebiet - Spechte im Hartwald - Schwarz-, Grün- und Grauspecht

Im Hartwald haben die Spechte etwas zu lachen
Schwarzspecht, Grünspecht und Grauspecht ? die großen Drei unter den Spechten

Fellbach. Im Oeffinger Hartwald leben insgesamt sieben Spechtarten. Damit ist dieses Gebiet ein absolutes Spechtparadies. Dies ist ein klarer Beleg für die große Artenvielfalt des Waldes und der Obstwiesen. Im Rahmen unserer Serie über das Vogelschutzgebiet werden die ersten Arten vorgestellt ? gleich im Dreierpack.

Schon im zeitigen Frühjahr kann man die markanten Trommelwirbel der Spechte überall durch den Wald schallen hören. Neben dem sehr häufigen Buntspecht kann man in diesem Vogelschutzgebiet Hartwald noch bis zu sechs weitere Spechtarten beobachten. Jede Spezies lässt sich durch Art und Länge ihres Trommelmusters eindeutig von den anderen unterscheiden, manche Arten trommeln sogar gar nicht. Die Hammerschläge der Spechte haben mit dem Klopfen und Meißeln bei Nahrungssuche und Höhlenbau nichts zu tun. Durch das Trommeln werden die Spechtreviere markiert, der Grünspecht und der Mittelspecht erledigen dies jedoch ausschließlich durch Rufen.

Der König der Holzklopfer ist der Schwarzspecht. Der gut krähengroße Specht ist der größte seiner Verwandtschaft. Dementsprechend eindrucksvoll klingt sein dröhnendes Hämmern. Seine unverkennbaren Trommelsequenzen bestehen aus etwa 17 Schlägen pro Sekunde und dauern ein bis zwei Sekunden. Auch seine durchdringenden Rufe sind sehr markant. Erst seit wenigen Jahren sind sie im Hartwald zu hören, wo er früher nicht vorkam.


Schwarzspecht

Der Schwarzspecht liebt alte Wälder, in denen er große Bäume vorfindet. Denn ein Stamm muss mindestens 35 Zentimeter Durchmesser in 4 bis 10 Metern Höhe haben, damit eine Schwarzspechthöhle Platz darin hat. Als Pionier des Waldes erschließt der Schwarzspecht vielen anderen Höhlenbrütern den Wald und insbesondere das Altholz. Seine Höhlen haben für tierische Nachmieter eine sehr wichtige Bedeutung. So gibt es zahlreiche Tierarten, die auf seine verlassenen Behausungen angewiesen sind. Hohltauben und die seltenen Raufusskäuze brüten fast ausschließlich in alten Schwarzspechthöhlen. Aber auch Baummarder, Siebenschläfer oder zahlreiche Fledermausarten beziehen hier gerne Quartier.

Ende März oder Anfang April legt das Schwarzspechtweibchen 2 bis 6 spitzovale, weiß glänzende Eier. Schon nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Jungen, die entsprechend der kurzen Brutdauer noch nicht weit entwickelt sind. Ihre Nestlingsdauer beträgt in der Regel rund 4 Wochen, in denen sie von den Eltern gefüttert werden. Schwarzspechte ernähren sich besonders gerne von Ameisen, ihren Larven und Puppen sowie Holz bewohnenden Käfern. Daneben stehen auch Schmetterlingsraupen, Spinnen und kleine Schnecken auf dem Speiseplan, äußerst selten jedoch vegetarische Kost wie Beeren und Früchte.


Grauspecht

Ebenfalls eine Vorliebe für Ameisen haben Grau- und Grünspecht, die ebenfalls im Hartwald heimisch sind. Die beiden nah verwandten Arten, man spricht auch von Zwillingsarten, die nur dann nebeneinander vorkommen, wenn der Lebensraum genug Möglichkeiten zur Spezialisierung bietet. Damit sich Grün- und Grauspecht nicht gegenseitig Konkurrenz machen, unterscheiden sie sich minimal in ihren Ansprüchen, der Wahl des Brutplatzes und der Brutzeit. So ist gewährleistet, dass sie beide in ihrer jeweiligen ökologischen Nische genug Auskommen haben. Der Grauspecht ist ein Spezialist alter Mischwälder mit einem hohen Eichenanteil und bevorzugt die zentraleren Waldbereiche, während der Grünspecht gerne in offeneren Wäldern und an Waldrändern vorkommt. Erwagt sich auch mal in Ortschaften, wo man den Grünspecht praktisch nie antreffen wird. Der Hartwald bietet mit seiner Baumartenmischung und dem umgebenden Streuobstwiesengürtel ideale Bedingungen für beide Arten, die sonst eher selten zusammen in einem Gebiet zu beobachten sind. Sind beide Arten vorhanden ist, dies ein echtes Gütesiegel für den Wald.


Grünspecht

Vor allem an der Färbung des Kopfes, es ist beim Grauspecht grau, der Grünspecht trägt eine schwarze Maske und hat mehr Rot am Scheitel, sind die beiden Arten zu unterscheiden. Auch ihre Rufe klingen ein wenig verschieden, um das zu hören, braucht man aber schon ein wenig Übung. Einfacher wird es, wenn man einen grünlichen Specht trommeln hört. Das kann nur ein Grauspecht sein, denn der Grünspecht trommelt so gut wie gar nie. Ihre grüne Rückenfärbung ist eine gute Tarnung für die beiden Bodenspechte, wenn sie sich über Wiesen hüpfend auf der Suche nach Ameisen bewegen. Bei einem Spaziergang durch die Obstwiesen rund um den Hartwald kann man die beiden Spechte dabei am ehesten einmal entdecken. Um den mächtigen Schwarzspecht zu erleben, sollte man seine Route in den Wald verlegen und ein wenig Geduld mitbringen. Momentan kommt nur ein Brutpaar dieses besonderen Vogels im Hartwald vor.

Fotos (M. Eick):
Der riesige Schwarzspecht ist erst seit einigen Jahren im Hartwald heimisch.
Das lachende Rufen des Grünspechts kann man überall in den Obstwiesen hören.

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