NABU Gruppe Fellbach
 
Startseite -> Neuigkeiten->Nachrichten 2009->
 Suchen
 E-Mail senden Aktuelle Seite drucken
 
 
NetConMedia Sponsor-Projekt
   

Sozialer Wohnungbau für Gebäudebrüter

Stadt Fellbach und NABU bringen Nisthilfen am Rathaus an

Fellbach - 16. April 2009

In einer gemeinsamen Aktion haben Mitarbeiter der Stadt und des Naturschutzbundes (NABU) über ein Dutzend spezielle Nistkästen montiert. Damit möchte die Stadtverwaltung einen Beitrag für den Artenschutz leisten und ein positives Beispiel für Hausbesitzer abgeben. Gleichzeitig möchte man auf die Wohnungsnot bei vielen Gebäudebrütern hinweisen. Vor allem die Sanierung und Modernisierung mache viele Tiere plötzlich obdachlos. Dies widerspreche dem Artenschutzrecht und könne mit Nisthilfen leicht vermieden werden.

"Hier könnte sich eine Kolonie von Mauerseglern wohlfühlen": dachten Gundis Steinmetz Umweltbeauftragte der Stadt Fellbach und Rosa Hermann vom Hauptamt. Diese faszinierenden Flieger zu beobachten, während man im Rathaus-Innenhof die Sonne genießt, gehört einfach zum Sommer in der Stadt. Die Idee mit speziellen Nisthilfen Quartiere am Rathausgebäude für bedrohte Vögel einzurichten, wurde geboren.
Unterstützung für das Projekt fanden die engagierten Rathausmitarbeiterinnen nicht nur beim NABU Fellbach, sondern auch im eigenen Haus: Bürgermeisterin Beatrice Soltys war von der Idee sofort begeistert. „Hiermit beweist Fellbach echtes Engagement im Naturschutz, und nimmt eine Vorbildfunktion für private Hausbesitzer ein“, betont die Baubürgermeisterin.

Ein Ortstermin auf dem Rathausdach ergab, dass die größten Chancen für den Mauersegler, den Haussperling und den Hausrotschwanz bestehen. Außerdem könne man vielleicht sogar Fledermäuse ansiedeln, so Michael Eick, ehrenamtlicher Ornithologe des NABU, der die Stadt bei der Auswahl der Nisthilfen und der geeigneten Plätze beraten hat.

Schwerpunkt der ersten praktischen Maßnahmen sind nun kombinierte Nisthilfen für Mauersegler und Fledermäuse. Vor und nach Ostern wurden die ersten Kästen mithilfe einer Hebebühne auf dem Rathaus angebracht. Für die Montage der höchsten Quartiere benötigte man jedoch eine Drehleiter der Fellbacher Feuerwehr, die eigens zu diesem speziellen Einsatz anrückte. Direkt auf dem Dach warten nun die neuen Nistplätze auf die Rückkehrer aus Afrika. Mit etwas Glück lassen sich ab Mai kleine Trupps von Mauerseglern beim Jagen hoch über der Fellbacher Innenstadt beobachten. „Sobald die ersten Nistkästen besiedelt sind, und sich Leben regt, werden wir eine webcam aufstellen, dass die Bürger das Vogelleben life miterleben können“, verspricht die Organisationsabteilung und lässt Neugierige auf mehr hoffen.

 

Mauersegler ähneln in Aussehen und Verhalten den einheimischen Schwalben, sind aber größer als diese und an ihren sichelförmigen, schlanken Flügeln recht leicht von diesen zu unterscheiden. Sie sind wahre Flugkünstler, die ihr komplettes Leben in der Luft verbringen. Mauersegler jagen und fressen im Flug, nehmen fliegend Wasser aus Bächen und Seen auf, paaren sich in der Luft und sind sogar in der Lage, im Flug zu schlafen. Fachleute haben errechnet, dass diese Tiere bis zu 190 000 Kilometer pro Jahr fliegend zurücklegen.

Als ehemalige Bewohner hoher Felsen fühlen sie sich hierzulande in menschlichen Siedlungen mit ihren hohen Bauwerken am wohlsten und insbesondere in den Straßenschluchten großer Städte sind sie häufig zu beobachten. Moderne Bauweisen mit glatten Fassaden und die nachträgliche Versiegelung alter Gebäude machen es dem Mauersegler allerdings nicht leicht, Nischen und Vorsprünge zu finden, in die sie nisten können.

Auch andere, früher sehr häufige Arten haben da ihre Probleme: „Viele Spatzen sind heutzutage schlicht obdachlos“, so die Umweltbeauftragte Steinmetz. Hier muss der Mensch mit Nisthilfen Ersatz schaffen. Allerdings sollen die Nistkästen für Spatzen auch einem anderen Zweck dienen: Abluftschlitze in der Fassade sollen künftig verschlossen werden, damit die Wärmedämmung des Rathauses langfristig nicht Schaden nimmt.

 

„Besonders im Rahmen von Sanierungen oder bei der Anbringung einer Wärmedämmung besteht immer wieder die Gefahr, dass Mauersegler und andere Arten ihr Quartier verlieren. Hauseigentümer sind verpflichtet Brutplätze zu erhalten und die Maßnahmen auf das Vorkommen von Vogelarten oder Fledermäusen abzustimmen“, erklärt der Fachmann vom NABU. Hierzu gebe es sogar schon mehrfach gerichtliche Urteile, die dem Artenschutz eindeutig Vorrang einräumen. Beratung in solchen Fällen kann man beim NABU und bei der Stadt Fellbach bekommen. Eine spezielle Broschüre, die über die Umweltbeauftragte Gundis Steinmetz erhältlich ist, gibt Auskunft über bautechnische Möglichkeiten. „Bei ganz schwierigen Situationen schauen wir uns die Sache auch mal vor Ort an.“

Informationen:
Weitere Infos zur Aktion am Rathaus, über Nisthilfen an Gebäuden und Vogelarten am Haus erhalten sie im Internet unter:
www.fellbach.de und www.NABU-Fellbach.de. Der NABU freut sich über Spenden für weitere Projekte dieser Art unter dem Stichwort „Gebäudebrüter“, Kontonummer 2 044 019 bei der Kreissparkasse, BLZ 602 500 10.

Wenn Sie mehr über den Mauersegler wissen möchten, finden Sie viele Informationen auf den Seiten zum Vogel des Jahres 2003.

Fotos: Stadt Fellbach/Knopp und Stadt Fellbach/Hermann


Zusätzliche Informationen anfordern... Zusätzliche Informationen anfordern...

Unsere Sponsoren
Unterstützen auch Sie uns und unsere Arbeit...
 
Unterstützen auch
Sie
uns und unsere Arbeit...
 
Zum Seitenanfang Seitenanfang | Sitemap | News-Archiv | Kontakt | Impressum